Blog Konfiguration

13. September 2016

BGM to go!

Hier zeigen wir Ihnen fünf äußerst effektive Maßnahmen aus dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM)

In den meisten größeren Unternehmen gehört das betriebliche Gesundheitsmanagement zum Standard. Doch auch kleine oder mittelständische Unternehmen können von BGM-Maßnahmen profitieren. Dazu braucht es lediglich einen Verantwortlichen, der sich des Projektes annimmt, sowie natürlich einem gewissen Maß an Aufgeschlossenheit für das Thema. Wir stellen Ihnen hier fünf leicht zu implementierende Maßnahmen vor – BGM to go!

1. Reduktion von Belastung

Als hauptsächliche Ursache für die Überforderung im Arbeitsalltag gaben in einer repräsentativen Befragung von TNS Infratest 61% der Arbeitnehmer ein zu hohes Arbeitsvolumen oder zu starken Zeitdruck an . Natürlich müssen Deadlines eingehalten und Projekte voran getrieben werden. In vielen Betrieben finden sich aber bei genauerem Hinschauen durchaus Potenziale, um den Druck oder die Belastung zu reduzieren – sei es durch Veränderungen in den Bereichen Administration und Koordination mit klaren Verantwortlichkeiten, der Optimierung von Schnittstellen oder einer entlastenden Personalplanung.

2. Aufbauen von Ressourcen

Falls keine unmittelbare Belastungsreduktion möglich ist, kann auch das Aufbauen von Ressourcen eine gute Option darstellen. Beispielsweise führen firmeninterne Sport- und Entspannungsangebote nachweisbar zu einer höheren Zufriedenheit und Produktivität der Mitarbeiter. Auch eine großzügigere Handhabung bezüglich der Urlaubszeiten und Arbeitspausen wirkt sich vorteilhaft auf Leistung und Konzentration aus. Empfehlenswert ist eine zehnminütige Pause etwa alle zwei Stunden mit der Möglichkeit einer räumlichen Veränderung. Die praktische Umsetzung sollte von der jeweiligen Führungskraft konkret unterstützt und vorgelebt werden.

3. Häufigere, informelle Mitarbeitergespräche

Fehlende Anerkennung und fehlendes Eingehen auf persönliche Bedürfnisse durch den Vorgesetzten sowie das Gefühl mangelnder Wirksamkeit zählen zu den größten Risikofaktoren bei der Entstehung eines Burnouts. Umso wichtiger ist ein regelmäßiger Austausch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Der Vorgesetzte muss sowohl über Wünsche und Bedürfnisse als auch über eine etwaige Überlastung der Angestellten Bescheid wissen, um etwas ändern zu können. Viele Unternehmen tragen diesem Punkt mit einem institutionalisierten, meist jährlich stattfindenden Mitarbeitergespräch Rechnung. Doch wieso so selten? Wieso nicht vierteljährlich, monatlich oder gar wöchentlich? So kann auf aktuelle Entwicklungen schneller und individueller reagiert werden. Zudem fühlt sich der Mitarbeiter ernst genommen, was wiederum Vertrauen und Motivation fördert.

4. Entscheidungsspielräume vergrößern

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Punkt: Mitarbeiter möchten wirksam sein, etwas bewegen und entscheiden dürfen. Ermöglichen Sie Ihren Angestellten mehr Entfaltungsmöglichkeiten! Die Erhöhung des Entscheidungsspielraums führt bei Mitarbeitern zu mehr Selbstwirksamkeit und ist ein wesentlicher Faktor, um innere Kündigungen zu vermeiden. Vor allem ältere Führungskräfte stehen solchen Vorschlägen oft reserviert gegenüber. Schließlich beinhaltet eine solche Maßnahme immer auch ein gewissses Risiko: Angst vor Kontrollverlust, mangelndes Vertrauen in den anderen, Sorge nicht mehr wichtig genug zu sein. Aber es lohnt sich!

5. Vorträge und Seminare anbieten

Im Rahmen des BGM haben sich Vorträge und Seminare zu bestimmten, gesundheitsrelevanten Inhalten bewährt. Sie sind ein niedrigschwelliger Zugang zu schweren Themen wie Sucht, Traumafolgestörungen oder Depressionen. Betroffene Mitarbeiter können auf diese Art und Weise einen ersten Zugang finden. Aber auch leichtere und alltagsnahe Gesundheitsaspekte – z.B. Stress, Kinder in der Pubertät, Konflikte, etc. – werden von Mitarbeitern erfahrungsgemäß gut angenommen. Diese Angebote stellen erste Impulse in Richtung Veränderung dar und sind somit ein wichtiger Faktor für gesunde Mitarbeiter im Unternehmen.