Wie Ihre Mitarbeiter leistungsfähig und gesund bleiben (Teil 2)

CORPORATE HEALTH (Teil 2)

Wie Ihre Mitarbeiter leistungsfähig und gesund bleiben

Burnout im Unternehmen kann gehörigen Schaden anrichten. Lesen Sie hier den zweiten Teil der Corporate Health-Reihe. Im Mittelpunkt des Artikels steht die Frage nach Möglichkeiten der gesundheitlichen Aufklärung. Außerdem: Sollen Führungskräfte bei entsprechenden Anzeichen eingreifen?

Tipp 3: Gesundheitliche Aufklärung

Trotz der zunehmenden Akzeptanz von psychischen Belastungen in der Gesellschaft, wird das Thema Burnout in der Mehrzahl der Betriebe nach wie vor tabuisiert. Tendenzen zum Ausbrennen werden entweder verleugnet oder überspielt („Burnout? Ich doch nicht!“), um vor Kollegen und Vorgesetzten nicht als schwach da zu stehen. Bewährt haben sich in diesem Zusammenhang Workshops zur Aufklärung der Mitarbeiter über Frühwarnzeichen, Risikofaktoren und präventive Maßnahmen. Konkrete Inhalte können unter anderem Work-Life-Balance, Selbstfürsorge oder soziale Kompetenzen sein. Insbesondere Schwierigkeiten sich gegen zu hohe Anforderungen abzugrenzen und „nein“ zu sagen, bedeuten ein deutlich erhöhtes Burnout-Risiko. In diesem Kontext sind Einzelsupervision oder -coachings durch externe Fachleute für Mitarbeiter hilfreich, um persönliche Belange reflektieren und bearbeiten zu können sowie einen angemessenen Umgang mit psychischen Belastungen zu erlernen. Die genannten Maßnahmen sollten regelmäßig durchgeführt werden. Empfehlenswert ist ein viertel- oder halbjährlicher Turnus bei den Workshops sowie ein drei- bis vierwöchiger Abstand bei den Einzelsupervisionen.

Tipp 4: Sensibilisierung der Führungskräfte

Die Erfahrung zeigt, dass viele Führungskräfte nicht wissen, wie sie mit betroffenen Mitarbeitern umgehen sollen. Woran erkenne ich Burnout-gefährdete Mitarbeiter? Darf ich denjenigen ansprechen? Aber wie? Und ab wann übertrete ich eine persönliche Grenze? Die große Schwierigkeit besteht darin, von der professionellen Beziehung, die durch klare Kompetenzen und Hierarchien gekennzeichnet ist, auf eine persönliche Ebene zu wechseln, in der es vor allem um Empathie und Fürsorge geht. Um Führungskräfte in dieser Angelegenheit zu unterstützen, bieten sich spezielle Schulungen und Kommunikationstrainings an. Allerdings sollte das erworbene Wissen nicht mechanisch angewandt werden; von großer Bedeutung sind neben den notwendigen Techniken vor allem Einfühlungsvermögen und Authentizität. Doch nicht nur im Falle eines tatsächlichen Burnouts sind diese Fähigkeiten von Bedeutung. Eine empathische Grundhaltung der Führungskraft trägt insgesamt zu einer offeneren und konstruktiven Atmosphäre bei und kann auf diese Weise bereits präventive Wirkung entfalten.

Tipp 5: Anlaufstelle für Betroffene

Was tun, wenn ein Mitarbeiter den Vorgesetzten über sein beginnendes Burnout in Kenntnis setzt? Die wenigsten Unternehmen verfügen hier über standardisierte Vorgehensweisen, meist ist der Betroffene auf sich alleine gestellt. Dabei ist das Einrichten von entsprechenden Anlaufstellen innerhalb des Unternehmens weder kostenintensiv noch übermäßig zeitaufwendig. Günstig ist die Installation mehrerer Ansprechpartner, die entweder über ein medizinisches Hintergrundwissen verfügen oder bereits selbst unter einem Burnout gelitten haben. Dies schafft Vertrauen; die Betroffenen fühlen sich verstanden, wenn jemand bereits in einer ähnlichen Lage war. Zusätzlich sollten Kooperationen mit spezialisierten Ärzten und Psychotherapeuten geschlossen werden, um eine zeitnahe medizinisch-therapeutische Versorgung sicher zu stellen. Auch die Zusammenarbeit mit psychosomatischen Kliniken kann sich in besonders schweren Fällen als hilfreich erweisen.

FAZIT

Burnout-Prävention muss nicht zwingend komplex und teuer sein – häufig reichen schon punktuelle Veränderungen um eine große Wirkung zu erzielen. Sicherlich sind die oben vorgestellten Maßnahmen mit einen vorübergehenden Erhöhung der betriebswirtschaftlichen Kosten verbunden und werden von Controllern daher nur ungern gesehen. Die Erträge in Form von gesunden, motivierten, loyalen und leistungsbereiten Mitarbeitern können die Kosten langfristig aber mehr als kompensieren und tragen darüber hinaus zu einem positiven Markenimage bei.

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